URSULA HOHLWEG

Balsam für Deine Seele.

Seelenbalsam #552 –
Es ist an der Zeit.

Es ist an der Zeit all jene Dinge zu verlernen, die Du von verletzten Menschen gelernt hast.

Es ist an der Zeit
all jene Dinge
zu verlernen, die Du
von verletzten Menschen
gelernt hast.

Herz

Geliebtes Wesen,

wir alle
sind von
verletzten Menschen
umgeben –
seit dem Tag
unserer Geburt,
und sogar schon
davor.

Wir wurden
von Eltern erzogen,
die von verletzten Eltern
aufgezogen wurden,
die ebenfalls
von ihren Eltern
verletzt wurden,
und diese wiederum
wurden auch
durch die Verletzungen
ihrer Eltern verletzt.

So geht es schon
seit Äonen
von Leben.

Doch Du
hast die Möglichkeit
diesen Kreislauf
des Schmerzes
zu durchbrechen.

Nimm wahr,
welche Aussagen,
welche Meinungen,
welche Bewertungen
Deiner Eltern,
die Dich so sehr verletzt haben,
und aus ihrer eigenen Verletztheit,
ihrer eigenen Ohnmacht,
ihrer eigenen Angst,
ihrer eigenen Wut,
Hilflosigkeit,
Verzweiflung
und Verbitterung
entstanden sind.

Betrachte ihr Verhalten,
ihre Überzeugungen,
ihr Handeln und
ihre Art
Entscheidungen zu treffen
aus dieser Perspektive.

Öffne Dein Herz,
und fühle ihren Schmerz,
ihre Angst,
ihre Verzweiflung,
ihre Wut,
ihre Verbitterung.

Und erkenne,
dass Du jetzt
in genau diesem Moment
aus diesem Kreislauf
aussteigen kannst.

Es ist an der Zeit,
zu verlernen,
was Du
von den verletzten Menschen
in Deinem Leben gelernt hast.

Denn es gibt
einen anderen,
einen völlig neuen Weg
für Dich.

Du musst
den Wunden
Deiner Eltern
in Deinem Leben
keinen Platz geben.

Und Du
brauchst sie auch nicht
an Deine Kinder
weiter zu geben.

Lasse Dein Licht
und Deine Liebe
in Deine Wunden
fließen.

Und durch
die Magie
und den Zauber
der Liebe
kannst Du sehen,
kannst Du fühlen,
kannst Du spüren,
wie Du selbst
ganz wirst,
wie Du selbst
heil wirst,
und Dein Licht
ganz automatisch
weiter fließt,
zu Deinen Eltern,
Deinen Großeltern,
Deinen Urgroßeltern,
bis ganz zurück
zum allerersten Deiner Ahnen.

Steige aus,
aus dem Kreislauf
des Schmerzes.

Erfülle Dein
Familienfeld
mit reinstem Licht
und tiefer Liebe.

Warte nicht darauf,
dass Deine Eltern
erkennen
wie sehr sie Dich verletzt haben –
denn das würde ihnen
nur erneut das Herz brechen.

Warte nicht darauf,
dass sie etwas
wieder gut machen –
denn das bringt Dich nur
in eine ungesunde Abhängigkeit.

Beginne Du
den Kreislauf der Heilung,
der Liebe und des Lichts –
jetzt, hier und heute.

Lass Deine Liebe
zu ihrer Verletztheit fließen
und fühle die tiefe Freude
und Verbundenheit
die dadurch in Dir entsteht.

Lass Deine Liebe
in tiefer Dankbarkeit
fließen –
und beende
den Kreislauf
aus Schmerz.

Jetzt,
hier
und heute.

Von ganzem Herzen,

Seelenbalsam für Dich.

Jeden Dienstag ein neuer "Seelenbalsam" Heilimpuls für Dich - von Herz zu Herz.

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Unbewusste Trauer.

Wenn wir trauern, ohne es zu wissen...

Wenn die Erfahrung eines Verlustes kaum oder gar nicht emotional erfahren und durchlebt wird oder werden kann, drückt sich die Trauerreaktion vorwiegend über körperliche Symptome aus. Der Körper übernimmt die unverarbeiteten Gefühle und entwickelt spezifische Anpassungsstrategien, die sich als chronische und/oder psychosomatische Beschwerden zeigen. Die Trauer ist so tief in uns verborgen, dass wir uns an sie nicht mehr bewusst erinnern – wir haben die Verbindung zu unseren tiefsten Gefühlen verloren.

Vielleicht gab es schon in unserer Kindheit in unserem familiären Umfeld aus den verschiedensten Gründen kein Platz für unsere Gefühle. Vielleicht war niemand da, der unsere Trauer wahrgenommen hat. Vielleicht wollten wir unsere Trauer auch gar nicht zeigen, weil wir uns für unsere Gefühle schämten oder wir unsere Eltern und Geschwister nicht belasten wollten.

Aus der Somato Emotionalen Entspannung ist Phänomen der Trauer über unvollendete biologische Prozesse bekannt. Das bedeutet, dass ein natürlich geplanter oder vorherbestimmter biologischer Ablauf nicht vollendet wurde und sich als Unwohl-Sein, Schmerz oder Störung im Körper manifestiert. Dies kann eine Schwangerschaft sein, die durch eine Fehlgeburt oder einen Not-Kaiserschnitt nicht dem biologischen Programm gemäß vollendet wurde. Oder eine Geburt, bei der das Bonding mit dem Baby nicht in der optimalen Form möglich war. Auch ein gestörter Prozess der Reproduktion durch Sterilisation oder Kinderlosigkeit kann zu körperlichen Trauerprozessen führen.

Aber auch der Verlust der körperlichen Unversehrtheit durch Operationen, durch schwere Krankheiten oder der Verlust von biologischen Funktionen und körperlichen Fähigkeiten wie z.B. durch eine Sterilisation, eine Amputation oder die Entfernung eines Organs können biologische Trauerprozesse und entsprechende psychosomatische Beschwerden auslösen, wenn sich Betroffene des Verlustes nicht bewusst sind und diesen weder verarbeitet noch integriert haben.

Und schließlich kann es auch sein, dass wir um etwas trauern, das wir niemals hatten – beispielsweise eine unbeschwerte Kindheit, wenn wir ohne Vater, Mutter, Großeltern oder Geschwister aufwuchsen. Wenn wir viel zu früh erwachsen werden mussten durch kranke, traumatisierte oder süchtige Eltern, um die wir uns kümmern mussten oder weil wir selbst krank und lange Zeit im Spital auf uns selbst gestellt waren. Viele von uns trauern tief in ihrem Inneren, weil sie in einem Umfeld aufwuchsen, in dem ihr wahres Potenzial nicht erkannt, gesehen und gefördert wurde, weil sie nie vollständig und ganz wahrgenommen wurden, so wie sie wirklich sind – ihr Licht, ihre Liebe und ihre Seele.

Wenn wir von Anfang an mit solchen Verlusten leben müssen, dann wird der Verlust „normal“ und wir haben ganz vergessen, dass wir eine tiefe Traurigkeit in uns tragen, die gesehen, gefühlt und erlöst werden will.

Es gibt fünf verschiedene Formen von unbewusster Trauer, die sich besonders gravierend auf unser Leben auswirken: Verlust in vorgeburtlicher Zeit, Verlust einer heilen Geburtserfahrung, Verlust von Urvertrauen im Kindesalter, Verluste aus früheren Leben, Übernommene Verluste aus dem Ahnenfeld. 

Mehr Informationen dazu findest Du im Blog-Artikel „Unbewusste Trauer“.

Komplizierte Trauer.

Wenn Trauer kompliziert wird...

Werden die Gefühle der Trauer aus verschiedensten Gründen verneint, unterdrückt oder nur teilweise durchlebt, kann der Verlust im Laufe der Zeit nicht auf gesunde Weise verarbeitet und integriert werden. Die Auseinandersetzung mit dem Schmerz bleibt aus – wir bleiben in Trauerkrisen verhaftet.

Vor allem dann, wenn Betroffene sich selbst nicht erlauben zu trauern, sich für ihre Trauer schämen oder ihre Trauer aus verschiedenen persönlichen, kulturellen oder gesellschaftlichen Gründen nicht leben können, verkompliziert sich der Trauerprozess.

Die Trauer wird unterdrückt, dauert sehr lange an oder ist mit extremen Gefühlen verbunden – wie beispielsweise starkem Zorn oder extrem starken Schuldgefühlen. Diese Probleme hängen oft mit einer sehr ambivalenten und stark belasteten Beziehung zum Verstorbenen zusammen.

Die nicht verarbeitete Trauer kann sich in Depression, in Panik- und Angstzuständen, in verschiedensten psychosomatischen und körperlichen Symptomen ausdrücken und sogar Suchterkrankungen nach sich ziehen. Wir verlieren den positiven Blick auf uns und unser Leben, unsere Perspektiven und unseren Lebensmut.

Auch bereits länger zurückliegende Verluste, die noch nicht verarbeitet wurden, können eine große Belastung für Betroffene und ihr Umfeld darstellen und zu ungesunden und dauerhaften Verhaltens- und Persönlichkeitsveränderungen führen.

Zieht sich der/die Trauernde sozial stark zurück, verspürt starke Schuldgefühle oder lang anhaltende Gefühle von Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit oder Verbitterung, leidet unter psychosomatischen Symptomen (Schlaflosigkeit, Brust- oder Herzschmerzen, Gewichtsabnahme, etc.) oder äußert den Wunsch, dem Verstorbenen zu folgen oder ohne das Verlorene nicht weiter leben zu können, ist eine professionelle psychologische Beratung oder Psychotherapie dringend anzuraten.

Erschwerte Trauer.

Wenn Trauer unerträglich ist...

Plötzlich und unerwartete sowie traumatische Todesfälle können den Trauerprozess erschweren oder verhindern beziehungsweise die Trauerreaktionen stark intensivieren.

Wenn Menschen durch eigene Hand (Suizid) aus dem Leben scheiden, ist der Prozess des Abschied-Nehmens und des Trauerns für die Hinterbliebenen sehr komplex. Trauer und Schmerz mischen sich mit Wut und Schuldgefühlen und quälenden Fragen nach dem Warum und was man hätte tun können, um es zu verhindern.

Hinzu kommt, dass das Thema Suizid in unserer Gesellschaft tabubehaftet ist – Betroffene sind mit einem stark verunsicherten Umfeld konfrontiert oder verschweigen den Suizid aus Schamgefühl oder um das Andenken des Verstorbenen nicht zu beschmutzen.

Der Tod des eigenen Kindes (plötzlicher Kindstod, Unfall, Krankheit, Drogenmissbrauch, Selbsttötung oder Gewaltverbrechen) stürzt die Hinterbliebenen und ihre gesamtes Umfeld meist in eine tiefe persönliche, partnerschaftliche und familiäre Krise. Nach einer Fehlgeburt, einer stillen Geburt oder dem Tod eines Neugeborenen fehlt im Umfeld häufig das Verständnis für die Gefühle und Bedürfnisse verwaister Eltern. 

Ein medizinisch notwendiger oder von den Eltern gewollter  Schwangerschaftsabbruch stellt ebenfalls eine traumatische Erfahrung und eine große Belastung für die Eltern und auch ihre Beziehung dar. Das Verständnis, dass nach einer bewussten Entscheidung zur Beendigung einer Schwangerschaft großer Schmerz, tiefe Trauer und starke Schulgefühle auftreten, fehlt meistens.

Auch unklare Verlustsituationen bei verschwundenen, verschollenen oder vermissten Personen, eine besonders belastete Beziehungssituation (körperlicher oder emotionaler Missbrauch, Co-Abhängigkeit),  vorausgegangene nicht bewältigte Verlusterfahrungen, soziale Isolation, ein fehlender emotionaler Austausch im persönlichen Umfeld sowie die Vermeidung der Auseinandersetzung mit dem Verlust können eine natürliche Verarbeitung erschweren, verlängern oder sogar unmöglich machen.