Ich habe schon so viel geklärt – warum fließt es beruflich trotzdem nicht?

Warum fließt es immer noch nicht?

Inhaltsverzeichnis

Nicht nur die Trauer bringt viele verschiedene Fragen mit sich, für die es keine einfachen Antworten gibt.

Diese Frage hat mir eine Klientin vor einiger Zeit gestellt, und ich konnte mich darin gut wiederfinden, denn dieses Thema beschäftigte mich auch eine sehr lange Zeit in meinem Leben.

Oft ist es so, dass wir wirklich alles geben, alles versuchen, alles tun – und trotzdem bleibt der heiß ersehnte Erfolg aus. Das ist sehr frustrierend und auch schmerzhaft – doch ist es auch ein wunderbares und unerwartetes Geschenk.

Vielleicht beschäftigt Dich dieses Thema auch gerade.

Die Frage aus meiner Community.

Ich versuche seit Monaten meine Angebote neu zu machen und habe schon ganz viel innerlich geklärt, mich mit meinen KundInnen verbunden und weiß, dass meine Arbeit gut ist. Aber irgendetwas klemmt noch und ich habe neulich davon gehört, dass jeder mit der Geburt bestimmte Urwunden mitbekommt, die er im Leben überwinden und heilen darf. Dass da auch ganz viel drinsteckt, was für das eigene Wirken wichtig ist. Wie komme ich an diese Essenz dran und was kann ich tun, um die Urwunde zu erkennen und zu integrieren?

Was ich Dir darauf antworten möchte.

Es ist wunderbar, dass Du schon so viel für Dich erarbeitet hast. Du kennst Deine KundInnen. Du weißt, dass Deine Arbeit gut ist. Du bist innerlich schon viele Schritte gegangen, die Dich weiter gebracht haben. Das „Klemmen“, dieser Widerstand den Du fühlst, ist kein Zeichen dafür dass Du zu wenig getan hast. Es ist ein Zeichen dafür, dass Du jetzt an einer tieferen Schichte angekommen bist.

Das, was viele als Urwunde bezeichnen – in spirituellen Traditionen auch Kernwunde oder Ursprungsprägung genannt – ist eine Überzeugung, die sich schon lange vor Deinem ersten bewussten Gedanken in Dein Unterbewusstsein eingraviert hat. Oft schon pränatal, bei der Geburt oder in den ersten Lebensjahren. Manches Mal ist diese Überzeugung auch eine Aufgabe, die Du aus einem früheren Leben mitgebracht hast.

Dein Gefühl des „Nicht-Fließens“ bedeutet, dass Du mit dieser unbewussten Überzeugung, mit dieser tiefen Prägung in Kontakt gekommen bist. Diese Überzeugung klingt möglicherweise so: „Ich bin nicht gut genug“, oder „Wenn ich wirklich ich bin, werde ich verlassen“ oder „Ich muss mich opfern, um wertvoll zu sein“.

Diese Überzeugungen blockieren genau dort, wo Du eigentlich längst bereit bist den nächsten Schritt zu gehen.

Wie kannst Du nun Deine Urwunde erkennen?

Es gibt drei Einstiegspunkte, an denen Du beginnen kannst, Dich Deiner Ursprungsprägung liebevoll zu nähern:

  • Im Kopf: Welche Gedanken kommen, wenn Du an Deine Sichtbarkeit und Deinen Erfolg denkst? Was flüstert Dir Deine innere Stimme zu, wenn Du kurz davor bist, Dich wirklich zu zeigen?
  • Im Herzen: Was hast Du als Kind am meisten gebraucht – und nicht bekommen? Wiederkehrende Schmerzpunkte sind keine Zufälle. Sie zeigen Dir, wo Deine Wunde ist.
  • Im Körper: Wo spürst Du Enge, wenn Du an Dein Angebot denkst? In Deiner Kehle, in Deinem Herzen, in Deinem Solarplexus? Dein Körper erinnert sich an alles, was Dir je widerfahren ist – auch an all das, was Dein Verstand schon so lange in Dein Unterbewusstsein verdrängt hat.

Der letzte Einstiegspunkt eignet sich besonders gut als tägliche Praxis – eine Übung, die den Dialog zwischen Dir und dem, was tiefer liegt, ermöglicht. Und genau das ist der erste Schritt.

Nimm Dir dazu drei Minuten – am besten morgens oder bevor Du an Deinen Angeboten arbeitest. Setze Dich aufrecht hin, schließe kurz Deine Augen und atme dreimal tief durch. Dann stelle Dir innerlich die Frage: „Was passiert in meinem Körper, wenn ich daran denke, mich wirklich zu zeigen?

Analysiere nicht. Nimm einfach nur wahr. Wo entsteht Enge? Wo zieht sich etwas zusammen? Wo fühlt es sich schwer an? Tauchen gar Schmerzen auf? Lege Deine Hand genau dort hin. Bleibe eine Minute so. Ohne etwas ändern zu wollen. Sei einfach nur da – mit dem, was ist.

Dann frage leise: „Was willst Du mir sagen?“ Schreibe danach einen Satz auf – was auch immer kommt. Kein ganzer Text, kein Journaling. Nur ein Satz.

Dein nächster Schritt

Dein Schmerz möchte gesehen werden. Deine Urwunde möchte angenommen werden – in ihrer gesamten Dimension, Tragweite und Tiefe. Und dann darf sie sich wandeln – von dem Hindernis, das Deinen natürlichen Flow vermindert und Dich in Deiner Sichtbarkeit bremst zur Quelle dessen, was Dich und Deine Arbeit einzigartig macht.

Aus Deiner Wunde der Unsichtbarkeit wird die Gabe, andere wirklich zu sehen. Aus Deinem Schmerz des Nicht-Genug-Seins wird echte Tiefe im Begleiten. Aus den vielen Wegen, die Du durch Deine Prägung gegangen bis wird echte Weisheit, die andere inspiriert.

Genau daran arbeite ich oft mit meinen KlientInnen – mit biografischer Reflexion, die das Muster sichtbar macht, sowie mit Cranio-Sacral-Therapie, die die Lösung früher Prägungen auf besonders sanfte Weise unterstützt.

Du bist nicht alleine.

Wenn Du merkst, dass Dich das Thema Deiner Urwunde berührt und Du Dir Begleitung wünscht – ich bin da für Dich.

Melde Dich gerne bei mir – ich antworte Dir persönlich, meist innerhalb von 24 Stunden.

Von Herzen,

Ursula =)

Unbewusste Trauer.

Wenn wir trauern, ohne es zu wissen...

Wenn die Erfahrung eines Verlustes kaum oder gar nicht emotional erfahren und durchlebt wird oder werden kann, drückt sich die Trauerreaktion vorwiegend über körperliche Symptome aus. Der Körper übernimmt die unverarbeiteten Gefühle und entwickelt spezifische Anpassungsstrategien, die sich als chronische und/oder psychosomatische Beschwerden zeigen. Die Trauer ist so tief in uns verborgen, dass wir uns an sie nicht mehr bewusst erinnern – wir haben die Verbindung zu unseren tiefsten Gefühlen verloren.

Vielleicht gab es schon in unserer Kindheit in unserem familiären Umfeld aus den verschiedensten Gründen kein Platz für unsere Gefühle. Vielleicht war niemand da, der unsere Trauer wahrgenommen hat. Vielleicht wollten wir unsere Trauer auch gar nicht zeigen, weil wir uns für unsere Gefühle schämten oder wir unsere Eltern und Geschwister nicht belasten wollten.

Aus der Somato Emotionalen Entspannung ist Phänomen der Trauer über unvollendete biologische Prozesse bekannt. Das bedeutet, dass ein natürlich geplanter oder vorherbestimmter biologischer Ablauf nicht vollendet wurde und sich als Unwohl-Sein, Schmerz oder Störung im Körper manifestiert. Dies kann eine Schwangerschaft sein, die durch eine Fehlgeburt oder einen Not-Kaiserschnitt nicht dem biologischen Programm gemäß vollendet wurde. Oder eine Geburt, bei der das Bonding mit dem Baby nicht in der optimalen Form möglich war. Auch ein gestörter Prozess der Reproduktion durch Sterilisation oder Kinderlosigkeit kann zu körperlichen Trauerprozessen führen.

Aber auch der Verlust der körperlichen Unversehrtheit durch Operationen, durch schwere Krankheiten oder der Verlust von biologischen Funktionen und körperlichen Fähigkeiten wie z.B. durch eine Sterilisation, eine Amputation oder die Entfernung eines Organs können biologische Trauerprozesse und entsprechende psychosomatische Beschwerden auslösen, wenn sich Betroffene des Verlustes nicht bewusst sind und diesen weder verarbeitet noch integriert haben.

Und schließlich kann es auch sein, dass wir um etwas trauern, das wir niemals hatten – beispielsweise eine unbeschwerte Kindheit, wenn wir ohne Vater, Mutter, Großeltern oder Geschwister aufwuchsen. Wenn wir viel zu früh erwachsen werden mussten durch kranke, traumatisierte oder süchtige Eltern, um die wir uns kümmern mussten oder weil wir selbst krank und lange Zeit im Spital auf uns selbst gestellt waren. Viele von uns trauern tief in ihrem Inneren, weil sie in einem Umfeld aufwuchsen, in dem ihr wahres Potenzial nicht erkannt, gesehen und gefördert wurde, weil sie nie vollständig und ganz wahrgenommen wurden, so wie sie wirklich sind – ihr Licht, ihre Liebe und ihre Seele.

Wenn wir von Anfang an mit solchen Verlusten leben müssen, dann wird der Verlust „normal“ und wir haben ganz vergessen, dass wir eine tiefe Traurigkeit in uns tragen, die gesehen, gefühlt und erlöst werden will.

Es gibt fünf verschiedene Formen von unbewusster Trauer, die sich besonders gravierend auf unser Leben auswirken: Verlust in vorgeburtlicher Zeit, Verlust einer heilen Geburtserfahrung, Verlust von Urvertrauen im Kindesalter, Verluste aus früheren Leben, Übernommene Verluste aus dem Ahnenfeld. 

Mehr Informationen dazu findest Du im Blog-Artikel „Unbewusste Trauer“.

Komplizierte Trauer.

Wenn Trauer kompliziert wird...

Werden die Gefühle der Trauer aus verschiedensten Gründen verneint, unterdrückt oder nur teilweise durchlebt, kann der Verlust im Laufe der Zeit nicht auf gesunde Weise verarbeitet und integriert werden. Die Auseinandersetzung mit dem Schmerz bleibt aus – wir bleiben in Trauerkrisen verhaftet.

Vor allem dann, wenn Betroffene sich selbst nicht erlauben zu trauern, sich für ihre Trauer schämen oder ihre Trauer aus verschiedenen persönlichen, kulturellen oder gesellschaftlichen Gründen nicht leben können, verkompliziert sich der Trauerprozess.

Die Trauer wird unterdrückt, dauert sehr lange an oder ist mit extremen Gefühlen verbunden – wie beispielsweise starkem Zorn oder extrem starken Schuldgefühlen. Diese Probleme hängen oft mit einer sehr ambivalenten und stark belasteten Beziehung zum Verstorbenen zusammen.

Die nicht verarbeitete Trauer kann sich in Depression, in Panik- und Angstzuständen, in verschiedensten psychosomatischen und körperlichen Symptomen ausdrücken und sogar Suchterkrankungen nach sich ziehen. Wir verlieren den positiven Blick auf uns und unser Leben, unsere Perspektiven und unseren Lebensmut.

Auch bereits länger zurückliegende Verluste, die noch nicht verarbeitet wurden, können eine große Belastung für Betroffene und ihr Umfeld darstellen und zu ungesunden und dauerhaften Verhaltens- und Persönlichkeitsveränderungen führen.

Zieht sich der/die Trauernde sozial stark zurück, verspürt starke Schuldgefühle oder lang anhaltende Gefühle von Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit oder Verbitterung, leidet unter psychosomatischen Symptomen (Schlaflosigkeit, Brust- oder Herzschmerzen, Gewichtsabnahme, etc.) oder äußert den Wunsch, dem Verstorbenen zu folgen oder ohne das Verlorene nicht weiter leben zu können, ist eine professionelle psychologische Beratung oder Psychotherapie dringend anzuraten.

Erschwerte Trauer.

Wenn Trauer unerträglich ist...

Plötzlich und unerwartete sowie traumatische Todesfälle können den Trauerprozess erschweren oder verhindern beziehungsweise die Trauerreaktionen stark intensivieren.

Wenn Menschen durch eigene Hand (Suizid) aus dem Leben scheiden, ist der Prozess des Abschied-Nehmens und des Trauerns für die Hinterbliebenen sehr komplex. Trauer und Schmerz mischen sich mit Wut und Schuldgefühlen und quälenden Fragen nach dem Warum und was man hätte tun können, um es zu verhindern.

Hinzu kommt, dass das Thema Suizid in unserer Gesellschaft tabubehaftet ist – Betroffene sind mit einem stark verunsicherten Umfeld konfrontiert oder verschweigen den Suizid aus Schamgefühl oder um das Andenken des Verstorbenen nicht zu beschmutzen.

Der Tod des eigenen Kindes (plötzlicher Kindstod, Unfall, Krankheit, Drogenmissbrauch, Selbsttötung oder Gewaltverbrechen) stürzt die Hinterbliebenen und ihre gesamtes Umfeld meist in eine tiefe persönliche, partnerschaftliche und familiäre Krise. Nach einer Fehlgeburt, einer stillen Geburt oder dem Tod eines Neugeborenen fehlt im Umfeld häufig das Verständnis für die Gefühle und Bedürfnisse verwaister Eltern. 

Ein medizinisch notwendiger oder von den Eltern gewollter  Schwangerschaftsabbruch stellt ebenfalls eine traumatische Erfahrung und eine große Belastung für die Eltern und auch ihre Beziehung dar. Das Verständnis, dass nach einer bewussten Entscheidung zur Beendigung einer Schwangerschaft großer Schmerz, tiefe Trauer und starke Schulgefühle auftreten, fehlt meistens.

Auch unklare Verlustsituationen bei verschwundenen, verschollenen oder vermissten Personen, eine besonders belastete Beziehungssituation (körperlicher oder emotionaler Missbrauch, Co-Abhängigkeit),  vorausgegangene nicht bewältigte Verlusterfahrungen, soziale Isolation, ein fehlender emotionaler Austausch im persönlichen Umfeld sowie die Vermeidung der Auseinandersetzung mit dem Verlust können eine natürliche Verarbeitung erschweren, verlängern oder sogar unmöglich machen.