Trauer bringt viele verschiedene Fragen mit sich, für die es keine einfachen Antworten gibt.
Die nachstehende Frage hat mir jemand aus meiner Community gestellt. Sie hat mit sehr berührt und bewegt – weil es oft so ist, dass erst ein Verlust uns so richtig wachrüttelt und uns daran erinnert, was wirklich zählt.
Vielleicht beschäftigt diese Frage auch Dich.
Die Frage aus meiner Community.
„Kurz vor Weihnachten ist mein Großvater gestorben. Sein Tod hat mich so krass damit konfrontiert, dass das Leben voll ausgekostet gehört und ich merke wie so vieles in meinem Alltag irgendwie nicht mehr richtig passt.
Wie finde ich heraus, was mich wirklich erfüllt – und wie kann ich anfangen das ins Leben zu integrieren, ohne alles umzuschmeißen?
Ich glaube ich vertrage nämlich gerade keine weiteren tiefen Umbrüche, weil ich noch trauere und sich eh schon alles so anders anfühlt.“
Was ich Dir darauf antworten möchte.
Diese Frage kenne ich – in vielen verschiedenen Formen. Ein Verlust, der uns tief trifft, konfrontiert uns plötzlich mit der Vergänglichkeit und der Kostbarkeit des Lebens. Das ist ein tiefer und auch heiliger Moment.
Und gleichzeitig entsteht dieser Wunsch: Ich will mehr. Ich will anders leben. Ich will endlich das tun, was mich wirklich erfüllt. Aber die Kraft dafür fehlt gerade.
Du spürst den Wunsch, Dein Leben authentischer zu leben. Das ist ein Zeichen dafür, dass Dich der Verlust verändert hat und sich Deine Werte und Prioritäten gerade neu sortieren.
Es ist normal in Trauerprozessen, dass es sich so anfühlt, als würde nichts mehr so richtig passen. Und Du spürst es ganz richtig – Deine Trauerzeit braucht Stabilität und kleine Schritte, keine radikalen Umbrüche.
Um herauszufinden, was Dich wirklich erfüllt, höre auf Deinen Körper und Deine Seele. Setze Dich jeden Tag 10 Minuten hin, lege Deine Hand auf Dein Herz und nimm ein paar tiefe Atemzüge. Spüre in Dich hinein und frage: „Was fühlt sich leicht an? Was nährt mich?“
Notiere alles, wobei Du Dich lebendig und leicht fühlst und von Freude erfüllt – ein Spaziergang, ein Gespräch, eine Leidenschaft – auch wenn es „nur“ 2 Minuten Kaffeetrinken sind.
Deine Erfüllung liegt in dem, was Dich lebendig macht – ohne Anstrengung.
Sei geduldig mit Dir und gehe behutsam voran. Versuche jeden Tag etwas Erfüllendes in Deinen Alltag zu integrieren — Malen, Lesen, Tee trinken, Singen, ein Herzensprojekt…
Beginne mit 10 oder 15 Minuten und dehne die Zeit nach Deinen Möglichkeiten immer weiter aus.
Folge dabei Deinem Bauchgefühl und halte immer wieder inne: „Was würde mein zukünftiges Ich mir jetzt raten? Wofür werde ich später dankbar sein, wenn ich es jetzt tue?“
Denke immer daran: Trauer und Neuausrichtung dürfen nebeneinander existieren. Du musst nicht erst „fertig trauern“, bevor Du etwas Neues beginnst. Du darfst Freude und Erfüllung empfinden, auch wenn Du um einen geliebten Menschen trauerst.
Du darfst trauern und gleichzeitig wachsen.
Du bist nicht alleine.
Wenn Dich dieser Artikel berührt hat und Du spürst, dass Deine Trauer Begleitung braucht – ich bin da für Dich.
Melde Dich gerne bei mir – ich antworte Dir persönlich, meist innerhalb von 24 Stunden.
Von Herzen,
