trauer tut weh.
sie zieht dir den boden
unter den füßen weg.
überschwemmt dich
mit unfassbar schmerzlichen gefühlen.
mit einsamkeit.
mit verlassenheit.
mit einer leere, die unerträglich ist.
mit quälenden fragen.
mit lauten gedanken,
die sich wie wild im kreis drehen.
trauer ist
wenn das leben
für dich stehen bleibt.
trauer lebt
in deinem körper.
sie nimmt dir die luft zum atmen.
macht es eng in deiner brust.
drückt auf dein herz.
liegt wie ein stein in deinem magen.
trauer ist stress.
ist ohnmacht.
überforderung.
tiefe vezweiflung.
und eine schier unendliche wut
auf gott
und das leben.
trauer kostet kraft und nerven.
sie hält dich wach.
raubt dir den schlaf.
nimmt die den appetit.
macht so unendlich müde
und so erschöpft.
trauer ist unberechenbar.
sie stellt dein leben auf den kopf.
folgt keinem festen ablauf.
kommt und geht wie es ihr gerade passt.
und bleibt so lange sie möchte.
sie zwingt dich
in ein völlig verändertes leben.
in einen unbekannten alltag,
an den du dich erst
gewöhnen musst.
ob du das willst oder nicht.
trauer
hat viele gesichter.
sie kann klar
und offensichtlich sein.
aber auch sorgfältig versteckt.
verdrängt.
verboten.
diffus.
oder ganz und gar
unbewusst.
trauer
kann dir niemand abnehmen.
sie ist einzigartig und vielschichtig –
so wie du,
dein leben.
deine liebe.
sie zeigt dir
die vergänglichkeit
die endlichkeit
aber auch die schönheit
des lebens –
deines lebens.
deine trauer
braucht raum und zeit.
deine trauer lädt dich ein,
ein neues,
noch viel tieferes
und bedingungsloses
JA
zu deinem leben
zu finden.
deine trauer
wandelt dich.
deine trauer
öffnet dich.
sie zeigt dir
was wirklich wichtig ist –
wer du wirklich bist.
Von Herzen,
