URSULA HOHLWEG

Unbewusste Trauer – Trauer, die nicht bewusst ist.

Inhaltsverzeichnis

Verluste, die nur teilweise oder gar nicht durchlebt werden.

Wenn die Erfahrung eines Verlustes kaum oder gar nicht emotional erfahren und durchlebt wird oder werden kann, drückt sich die Trauerreaktion vorwiegend über körperliche Symptome aus.

Der Körper übernimmt die unverarbeiteten Gefühle und entwickelt spezifische Anpassungsstrategien, die sich als chronische und/oder psychosomatische Beschwerden zeigen.

Die Trauer ist so tief in den Dir verborgen, dass Du Dich an sie nicht mehr bewusst erinnern kannst – Du hast die Verbindung zu Deinen tiefsten Gefühlen verloren.

Trauer, die nicht gesehen wurde.

Vielleicht gab es schon in Deiner Kindheit im familiären Umfeld aus den verschiedensten Gründen kein Platz für Deine Gefühle.

Vielleicht war niemand da, der Deine Trauer wahrgenommen hat. Vielleicht wolltest Du Deine Trauer auch gar nicht zeigen, weil Du Dich für Deine Gefühle schämtest oder Du Deine Eltern und Geschwister nicht belasten wolltest.

Biologische Trauer.

Aus der Somato Emotionalen Entspannung ist das Phänomen der Trauer durch unvollendete biologische Prozesse bekannt. Das bedeutet, dass ein natürlich geplanter oder vorherbestimmter biologischer Ablauf nicht vollendet wurde und sich als Unwohl-Sein, Schmerz oder Störung im Körper manifestiert.

Dies kann eine Schwangerschaft sein, die durch eine Fehlgeburt oder einen Not-Kaiserschnitt nicht dem biologischen Programm gemäß vollendet wurde. Oder eine Geburt, bei der das Bonding mit dem Baby nicht in der optimalen Form möglich war. Auch ein gestörter Prozess der Reproduktion durch Sterilisation oder Kinderlosigkeit kann zu körperlichen Trauerprozessen führen.

Aber auch der Verlust der körperlichen Unversehrtheit durch Operationen, durch schwere Krankheiten oder der Verlust von biologischen Funktionen und körperlichen Fähigkeiten wie z.B. durch eine Sterilisation, eine Amputation oder die Entfernung eines Organs können biologische Trauerprozesse und entsprechende psychosomatische Beschwerden auslösen, wenn Du Dir des Verlustes nicht bewusst bist und diesen weder verarbeitet noch integriert hast.

[+] Verlust in vorgeburtlicher Zeit.

Die Schwangerschaft ist eine unfassbare und wundersame Reise von einer einzigen Zelle zu einem vollständigen Menschen. Verlusterfahrungen und Traumen in dieser Zeit berühren die fundamentale Ebene unseres Seins – in einer Zeit, in der Du noch jemand völlig anderes gewesen bist: zunächst ein Zell-Haufen, dann ein Embryo, und schließlich ein Fötus dessen Körper noch nicht vollständig entwickelt war. Du schwebtest in einer schwerelosen, warmen, weichen, gedämpften Wasserwelt und warst eins mit allem, was Dich umgeben hat. Jede Erschütterung oder Störung in dieser sensiblen Phase Deines Werdens kann dauerhafte biologische aber auch seelische Beeinträchtigungen hinterlassen.

Vielleicht war Deine Mutter selbst mit großer Trauer und großen Belastungen in der Schwangerschaft konfrontiert. Möglicherweise hat sie die Trauer eines zuvor verloren gegangenen Kindes noch nicht verarbeitet, die durch die Schwangerschaft mit Dir wieder mehr in ihr Bewusstsein kam. Vielleicht gab es große gesundheitliche Themen in der Schwangerschaft und Deine Mutter war traurig, dass sie die Schwangerschaft nicht genießen konnte. Vielleicht konnte Deine Mutter aufgrund ihrer eigenen, schmerzhaften Geschichte keinen warmen, liebevollen und nährenden Kontakt zu Dir aufbauen oder war aufgrund der Umstände so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass sie Dir schon damals zu wenig Aufmerksamkeit schenkte.

Du hast vielleicht bereits sehr früh die traurigen und verzweifelten Gefühle Deiner Mutter als emotionalen Grundton deines Lebens verinnerlicht oder hast schon im Mutterleib versucht, Dich ganz ruhig und still zu verhalten (und schmerzliche Gefühle unterdrückt), um Deiner Mutter nicht zur Last zu fallen.

Es kann aber auch sein, dass Du schon als Embryo den Verlust deines Zwillings oder deiner Drillings-Geschwister miterleben musstest. Vielleicht hast Du sogar eine Abtreibung überlebt. Auch eine ungewollte, lieblose oder gar gewaltvolle Zeugung oder eine künstliche Befruchtung in einer völlig sterilen Umgebung ist eine einschneidende Erfahrung, die auf der körperlichen Ebene tiefe Spuren hinterlassen kann, wenn sie nicht anerkannt, bewusst verarbeitet und integriert wird.

Meist bleibt aus all diesen Erfahrungen ein diffuses und dumpfes Gefühl tiefer Traurigkeit und Verzweiflung zurück – ein Gefühl, als ob Du völlig alleine, ungewollt und auf Dich gestellt im Nichts schweben würdest. Du spürst eine starke Einsamkeit, eine Leere und Unvollständigkeit in Dir, die Du Dir einfach nicht erklären und auch nicht in Worte fassen kannst.

[+] Verlust einer heilen Geburtserfahrung

Die Geburt ist ein magischer, alchemistischer Prozess, bei dem sich der Körper dauerhaft mit der Seele über die rhythmischen Kontraktionen der Wehen verbindet und alle Körperfunktionen, die Du für ein Leben außerhalb des Körpers Deine Mutter brauchst, aktiviert werden.

Können Seele und Körper harmonisch miteinander verschmelzen, trägst Du eine positive, gelassene Grundstimmung und ein Gefühl der inneren Sicherheit in Dir. Du fühlst Dich getragen, gehalten und kannst vertrauen – ganz egal, wie die äußeren Umstände sind.

Durch eine unterbrochene Verbindung zur Mutter währen der Geburt, durch medizinische Eingriffe (Wehen-Mittel, PDA, Geburtszange, Saugglocke), eine künstlich eingeleitete Geburt, bei komplizierten Geburtslagen (Becken-Endlage, Querlage) und dadurch notwendige, invasive Manipulationen durch die Hebamme oder den Arzt, durch starken Stress von Mutter und betreuenden Personen oder durch einen ungeplanten Not-Kaiserschnitt, kann der Verschmelzungsprozess von Körper und Seele nicht vollständig erfolgen.

Wurdest Du viel zu früh geboren oder unmittelbar nach der Geburt von deiner Mutter getrennt, weil bei Dir oder bei deiner Mutter eine medizinische oder sogar intensivmedizinische Versorgung notwendig war, kann dies ebenfalls zu sehr starken, schmerzlichen Eindrücken der Verlassenheit und des Verlustes in deinem sehr sensiblen und zarten Nervensystem führen.

Diese tiefen, schmerzlichen Empfindungen kannst Du weder zuordnen, noch erklären, weil sie in einer Zeit entstanden sind, als Du noch keine Sprache hattest. Etwas scheint immer zu fehlen, Du stehst immer unter Druck, hast das Gefühl keine Zeit zu haben oder es alleine niemals schaffen zu können. Du fühlst eine tiefe Traurigkeit, fühlst uns nicht vollständig und hast in stressigen Momenten und belastenden Situationen mit Enge in der Brust und dem Gefühl, nicht atmen zu können, sowie starken Mangel- und Versagensgefühlen zu kämpfen.

[+] Verlust von Urvertrauen im Kindesalter

Wenn Du in Deiner Kindheit den plötzlichen Tod eines geliebten Menschen oder Tieres, Gewalt oder Missbrauch erlebt oder von Deinen Liebsten getrennt wurdest, kann dies eine sehr große Verunsicherung und tiefe Trauer durch den Verlust von Sicherheit, Geborgenheit und Vertrauen in Dir entstehen lassen. Auch durch Unfälle, Verletzungen, medizinisch notwendige, invasive Untersuchungen und Operationen in der ganz frühen Zeit Deines Lebens kann dies geschehen.

Werden Deine Grundbedürfnisse nach Bindung, Sicherheit, Halt, Geborgenheit, Fürsorge und Körperkontakt von Deinen unmittelbaren Bezugspersonen nicht oder nur unzureichend erfüllt, kannst Du keine nährenden und liebevollen Verbindungen zu Deinen Liebsten aufbauen – Du trauerst oft ein Leben lang um den Verlust dieser liebevollen Bindung, ohne es zu wissen.

Es war niemand da, der liebevoll auf Dich geschaut hat, der auf Deine Bedürfnisse eingegangen ist und sie erfüllt hat. Da Du von Deiner Familie vollkommen abhängig warst, hat dies eine tiefe Traurigkeit und Gefühle der Unsicherheit, der Leere, der Hilf- und Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit in Dir hinterlassen. Du hast Dich vielleicht unsichtbar gefühlt oder so, als würdest du gar nicht existieren.

Auf diesem unsicheren und belasteten Fundament ist es nur sehr schwer möglich, Vertrauen in sich selbst oder in andere Menschen zu haben. Es ist kein Raum in Dir, um Dich selbst zu entdecken, Deine Bedürfnisse und Talente zu erforschen und ein stabiles Leben aufzubauen, das zu Dir passt. Nur wenig in Deinem Leben scheint Bestand zu haben oder bei Dir zu bleiben und Du musst immer und immer wieder von vorne anfangen.

Vielleicht fragst Du Dich des öfteren, ob Du überhaupt einen Platz hier auf der Erde hast, oder das Recht, hier zu sein. Echte Nähe und erfüllende Beziehungen zu leben bleibt meist nur ein Traum. Es fällt Dir schwer, Dich zu zeigen, wie Du bist und Dich authentisch auszudrücken. Du fühlst dich nirgendwo zu Hause und findest keine Heimat. Du hast es schwer, in Balance zu kommen und in Deinem Körper präsent zu sein. 

Du trauerst um ein leichtes und erfülltes Leben, in dem Du Dich voll entfalten und ganz Du selbst sein kannst.

[+]  Verluste aus früheren Leben

Hinweis: wenn Du nicht an Wiedergeburt glaubst, dann lasse diesen Absatz einfach aus 😉

Es ist ein ganz natürlicher Bestandteil des menschlichen Erfahrungswegs, dass alle Traumen, Verletzungen und Verlusterfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens nicht verarbeiten und integrieren konnten, in die nächste Inkarnation weiter tragen, um sie dort in den Ausgleich und die Erlösung zu bringen.

Es kann sich dabei um eine unerfüllte Liebe, den Tod von geliebten Menschen, den Verlust von Heim und Hof, die Vertreibung aus einem Kriegsgebiet, eine Enteignung oder einen anderen schmerzlichen Verlust handeln, der in einem früheren Leben nicht aufgearbeitet und geheilt werden konnte. 

Auch ein brutaler oder gewaltsamer Tod, der ganz plötzlich eintritt, kann nicht auf eine natürliche Weise erlebt, akzeptiert und vollendet werden. Vielmehr nimmst Du die damit verbundenen Gefühle und Schock-Energien, die nicht mehr verarbeitet werden konnten, über Deinen Seelen-Speicher ins nächste Leben als körperliche Themen mit. Manches Mal führen diese Prägungen auch zu einer komplizierten oder traumatischen Geburt, bei der Du gemeinsam mit Deiner Mutter die unverarbeiteten Gefühle aus dem früheren Leben gleich zu Beginn Deiner Lebensreise erlösen darfst.

[+] Übernommene Verluste aus dem Ahnenfeld

Wenn Du mit traumatisierten oder tief traurigen Eltern oder Großeltern aufgewachsen bist, dann hast Du mit großer Wahrscheinlichkeit schon sehr früh in Deinem Leben ihre Gefühle der Trauer und des Verlustes übernommen. Du trauerst stellvertretend für Deine Liebsten, die über ihren Verlust nicht hinweggekommen sind. 

Oft handelt es sich dabei um eine große Liebe, verstorbene oder verlorene Kinder, Verluste durch das Kriegsgeschehen oder andere schwere Verluste, die nicht verarbeitet werden konnten. Du lebst die Trauer dann auf körperlicher Ebene aus, die sich andere nicht eingestehen können, um es ihnen leichter und erträglicher zu machen.

Es gibt aber auch Trauer, die über von Generation zu Generation weitergegeben wird. Diese generationsübergreifende Trauer kann bis zu sieben Generationen zurückreichen. Sie wird im Moment der Zeugung von unseren Eltern über das Zell-Gedächtnis von Ei- und Samenzelle an Dich weiter gereicht. So kann es sein, dass Gefühle des Verlustes und der Trauer bereits vom ersten Augenblick Deines Entstehens an, Einfluss auf Deine Entwicklung nehmen.

Trauern um das, was wir niemals hatten.

Und schließlich kann es auch sein, dass Du um etwas trauerst, das Du niemals hattest – beispielsweise eine unbeschwerte Kindheit, wenn Du ohne Vater, Mutter, Großeltern oder Geschwister aufgewachsen bist.

Wenn Du viel zu früh erwachsen werden musstest durch kranke, traumatisierte oder süchtige Eltern, um die Du Dich kümmern musstest oder weil Du selbst krank und lange Zeit im Spital auf Dich selbst gestellt warst.

Du trauerst tief in ihrem Inneren, weil Du in einem Umfeld aufgewachsen bist, in dem Dein wahres Potenzial nicht erkannt, gesehen und gefördert wurde, weil Du nie vollständig und ganz wahrgenommen wurdest, so wie Du wirklich bist – Dein Licht, Dein Liebe und Deine Seele.

Wenn Du von Anfang an mit solchen Verlusten leben musst, dann wird der Verlust „normal“ und Du hast vielleicht schön völlig vergessen, dass Du eine tiefe Traurigkeit in Dir trägst, die gesehen, gefühlt und erlöst werden will. Doch Dein Körper erinnert sich – und zeigt Dir seinen Schmerz mit vielfältigen Symptomen, die Du Dir nicht erklären kannst.

Fragen zur Trauerbegleitung und Terminvereinbarung.

Wenn Du immer wieder eine Schwere und Traurigkeit in Dir fühlst, eine tiefe innere Leere oder Hoffnungslosigkeit, die Du Dir nicht erklären kannst, dann kann es sich sehr lohnen, diesen Gefühlen und Hinweisen Deines Körpers nachzugehen.

Die Cranio Sacrale Körperarbeit und die Somato Emotionale Entspannung sind zwei wunderbare Methoden und Möglichkeiten, diesen tief verborgenen Emotionen Raum zu geben und dadurch entstandene Prägungen in mehr Lebensfreude und innere Freiheit zu transformieren.

Ich freue mich auf eine Nachricht von Dir, wenn Du Fragen zur Trauerarbeit hast oder einen Termin vereinbaren möchtest. Ich unterstütze Dich sehr gerne auf Deinem Heilungsweg.

Von Herzen,

Ursula =)

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Unbewusste Trauer.

Wenn wir trauern, ohne es zu wissen...

Wenn die Erfahrung eines Verlustes kaum oder gar nicht emotional erfahren und durchlebt wird oder werden kann, drückt sich die Trauerreaktion vorwiegend über körperliche Symptome aus. Der Körper übernimmt die unverarbeiteten Gefühle und entwickelt spezifische Anpassungsstrategien, die sich als chronische und/oder psychosomatische Beschwerden zeigen. Die Trauer ist so tief in uns verborgen, dass wir uns an sie nicht mehr bewusst erinnern – wir haben die Verbindung zu unseren tiefsten Gefühlen verloren.

Vielleicht gab es schon in unserer Kindheit in unserem familiären Umfeld aus den verschiedensten Gründen kein Platz für unsere Gefühle. Vielleicht war niemand da, der unsere Trauer wahrgenommen hat. Vielleicht wollten wir unsere Trauer auch gar nicht zeigen, weil wir uns für unsere Gefühle schämten oder wir unsere Eltern und Geschwister nicht belasten wollten.

Aus der Somato Emotionalen Entspannung ist Phänomen der Trauer über unvollendete biologische Prozesse bekannt. Das bedeutet, dass ein natürlich geplanter oder vorherbestimmter biologischer Ablauf nicht vollendet wurde und sich als Unwohl-Sein, Schmerz oder Störung im Körper manifestiert. Dies kann eine Schwangerschaft sein, die durch eine Fehlgeburt oder einen Not-Kaiserschnitt nicht dem biologischen Programm gemäß vollendet wurde. Oder eine Geburt, bei der das Bonding mit dem Baby nicht in der optimalen Form möglich war. Auch ein gestörter Prozess der Reproduktion durch Sterilisation oder Kinderlosigkeit kann zu körperlichen Trauerprozessen führen.

Aber auch der Verlust der körperlichen Unversehrtheit durch Operationen, durch schwere Krankheiten oder der Verlust von biologischen Funktionen und körperlichen Fähigkeiten wie z.B. durch eine Sterilisation, eine Amputation oder die Entfernung eines Organs können biologische Trauerprozesse und entsprechende psychosomatische Beschwerden auslösen, wenn sich Betroffene des Verlustes nicht bewusst sind und diesen weder verarbeitet noch integriert haben.

Und schließlich kann es auch sein, dass wir um etwas trauern, das wir niemals hatten – beispielsweise eine unbeschwerte Kindheit, wenn wir ohne Vater, Mutter, Großeltern oder Geschwister aufwuchsen. Wenn wir viel zu früh erwachsen werden mussten durch kranke, traumatisierte oder süchtige Eltern, um die wir uns kümmern mussten oder weil wir selbst krank und lange Zeit im Spital auf uns selbst gestellt waren. Viele von uns trauern tief in ihrem Inneren, weil sie in einem Umfeld aufwuchsen, in dem ihr wahres Potenzial nicht erkannt, gesehen und gefördert wurde, weil sie nie vollständig und ganz wahrgenommen wurden, so wie sie wirklich sind – ihr Licht, ihre Liebe und ihre Seele.

Wenn wir von Anfang an mit solchen Verlusten leben müssen, dann wird der Verlust „normal“ und wir haben ganz vergessen, dass wir eine tiefe Traurigkeit in uns tragen, die gesehen, gefühlt und erlöst werden will.

Es gibt fünf verschiedene Formen von unbewusster Trauer, die sich besonders gravierend auf unser Leben auswirken: Verlust in vorgeburtlicher Zeit, Verlust einer heilen Geburtserfahrung, Verlust von Urvertrauen im Kindesalter, Verluste aus früheren Leben, Übernommene Verluste aus dem Ahnenfeld. 

Mehr Informationen dazu findest Du im Blog-Artikel „Unbewusste Trauer“.

Komplizierte Trauer.

Wenn Trauer kompliziert wird...

Werden die Gefühle der Trauer aus verschiedensten Gründen verneint, unterdrückt oder nur teilweise durchlebt, kann der Verlust im Laufe der Zeit nicht auf gesunde Weise verarbeitet und integriert werden. Die Auseinandersetzung mit dem Schmerz bleibt aus – wir bleiben in Trauerkrisen verhaftet.

Vor allem dann, wenn Betroffene sich selbst nicht erlauben zu trauern, sich für ihre Trauer schämen oder ihre Trauer aus verschiedenen persönlichen, kulturellen oder gesellschaftlichen Gründen nicht leben können, verkompliziert sich der Trauerprozess.

Die Trauer wird unterdrückt, dauert sehr lange an oder ist mit extremen Gefühlen verbunden – wie beispielsweise starkem Zorn oder extrem starken Schuldgefühlen. Diese Probleme hängen oft mit einer sehr ambivalenten und stark belasteten Beziehung zum Verstorbenen zusammen.

Die nicht verarbeitete Trauer kann sich in Depression, in Panik- und Angstzuständen, in verschiedensten psychosomatischen und körperlichen Symptomen ausdrücken und sogar Suchterkrankungen nach sich ziehen. Wir verlieren den positiven Blick auf uns und unser Leben, unsere Perspektiven und unseren Lebensmut.

Auch bereits länger zurückliegende Verluste, die noch nicht verarbeitet wurden, können eine große Belastung für Betroffene und ihr Umfeld darstellen und zu ungesunden und dauerhaften Verhaltens- und Persönlichkeitsveränderungen führen.

Zieht sich der/die Trauernde sozial stark zurück, verspürt starke Schuldgefühle oder lang anhaltende Gefühle von Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit oder Verbitterung, leidet unter psychosomatischen Symptomen (Schlaflosigkeit, Brust- oder Herzschmerzen, Gewichtsabnahme, etc.) oder äußert den Wunsch, dem Verstorbenen zu folgen oder ohne das Verlorene nicht weiter leben zu können, ist eine professionelle psychologische Beratung oder Psychotherapie dringend anzuraten.

Erschwerte Trauer.

Wenn Trauer unerträglich ist...

Plötzlich und unerwartete sowie traumatische Todesfälle können den Trauerprozess erschweren oder verhindern beziehungsweise die Trauerreaktionen stark intensivieren.

Wenn Menschen durch eigene Hand (Suizid) aus dem Leben scheiden, ist der Prozess des Abschied-Nehmens und des Trauerns für die Hinterbliebenen sehr komplex. Trauer und Schmerz mischen sich mit Wut und Schuldgefühlen und quälenden Fragen nach dem Warum und was man hätte tun können, um es zu verhindern.

Hinzu kommt, dass das Thema Suizid in unserer Gesellschaft tabubehaftet ist – Betroffene sind mit einem stark verunsicherten Umfeld konfrontiert oder verschweigen den Suizid aus Schamgefühl oder um das Andenken des Verstorbenen nicht zu beschmutzen.

Der Tod des eigenen Kindes (plötzlicher Kindstod, Unfall, Krankheit, Drogenmissbrauch, Selbsttötung oder Gewaltverbrechen) stürzt die Hinterbliebenen und ihre gesamtes Umfeld meist in eine tiefe persönliche, partnerschaftliche und familiäre Krise. Nach einer Fehlgeburt, einer stillen Geburt oder dem Tod eines Neugeborenen fehlt im Umfeld häufig das Verständnis für die Gefühle und Bedürfnisse verwaister Eltern. 

Ein medizinisch notwendiger oder von den Eltern gewollter  Schwangerschaftsabbruch stellt ebenfalls eine traumatische Erfahrung und eine große Belastung für die Eltern und auch ihre Beziehung dar. Das Verständnis, dass nach einer bewussten Entscheidung zur Beendigung einer Schwangerschaft großer Schmerz, tiefe Trauer und starke Schulgefühle auftreten, fehlt meistens.

Auch unklare Verlustsituationen bei verschwundenen, verschollenen oder vermissten Personen, eine besonders belastete Beziehungssituation (körperlicher oder emotionaler Missbrauch, Co-Abhängigkeit),  vorausgegangene nicht bewältigte Verlusterfahrungen, soziale Isolation, ein fehlender emotionaler Austausch im persönlichen Umfeld sowie die Vermeidung der Auseinandersetzung mit dem Verlust können eine natürliche Verarbeitung erschweren, verlängern oder sogar unmöglich machen.